Am Donnerstagabend 18.9.2025 informierte Stabilus im Anschluss an die Aufsichtsratssitzung per Ad-hoc-Mitteilung über die geplante Reduzierung von weltweit 450 Stellen im Geschäftsjahr 2026. Zur Finanzierung des Programms werden laut Mitteilung bereits im Geschäftsjahr 2025 Rückstellungen in Höhe von 18 Millionen Euro gebildet. Ziel ist nach Angaben von Stabilus eine Straffung der Organisation, die Senkung von Personal- und Betriebskosten sowie die Optimierung des Standortportfolios.
Ali Yener, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Koblenz, erklärt zu dieser Verlautbarung: „Für den Standort Koblenz besteht seit August 2023 eine Zukunfts- und Transformationsvereinbarung. Dieses wurde zuletzt Anfang 2025 durch Flexibilisierungsbausteine ergänzt. Diese Vereinbarung enthält bereits zentrale Elemente des aktuellen Programms, nämlich Transformationsprojekte zur Weiterentwicklung des Werks sowie Maßnahmen zur Erhöhung der Agilität und Anpassungsfähigkeit des Standorts.“
Mitbestimmung und die Zusicherung, dass notwenige Anpassungen ohne betriebsbedingte Kündigungen erfolgen, sei der Schlüssel zu einer erfolgreichen Umsetzung dieses Programms. „Besonders hervorzuheben ist, dass der gesamte Prozess bei Stabilus unter enger Einbindung der Mitbestimmungsorgane Betriebsrat und IG Metall erfolgt und unter Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen. Nur so kann die Belegschaft bei dem nicht immer einfachen Prozess mitgenommen werden.“ so Ali Yener. Neu sei jedoch, dass nun auch der Verwaltungsbereich in den Fokus des Programms rücke. „Der Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen gilt bis Ende 2028 aber für alle IG Metall-Mitglieder am Standort Koblenz – unabhängig davon, ob sie in der Produktion, im Büro oder in der Entwicklung tätig sind.“
Wie viele Stellen von den weltweit 450 konkret am Standort Koblenz betroffen sein könnten, sei derzeit noch unklar. „Hier ist der Vorstand von Stabilus gefordert, zeitnah Transparenz zu schaffen und die Zahlen einem Plausibilitätscheck unter Einbeziehung des Betriebsrates zu unterziehen,“ so Oliver Kisters, Betriebsratsvorsitzender Stabilus Koblenz.
Ali Yener zeigt sich dennoch zuversichtlich: „Bei Stabilus gibt es eine gute Gesprächs- und Verhandlungskultur. Mit der beiderseitigen Bereitschaft zur Fortführung des bisherigen Dialogs sehen wir die Chance Lösungen zu finden. Doch eines ist ebenso klar: Sollte es keine Bereitschaft geben, Beschäftigte als auch die Mitbestimmungsorgane in den Prozess miteinzuziehen, sind wir bereit, den Druck gemeinsam, solidarisch und entschlossen zu erhöhen.“
Für Dienstag kommender Woche ist am Standort Koblenz eine Betriebsversammlung geplant. Zusätzlich laden Gewerkschaft und Betriebsrat unmittelbar nach der Betriebsversammlung alle Beschäftigten aus dem Angestelltenbereich zu einer gesonderten Informationsveranstaltung ein, um die neue Situation gemeinsam zu beraten.