11.11.2025 | Engagierte Beschäftigte aus neun Betrieben haben Anfang November an der ersten Wahlvorstandsschulung der IG Metall Koblenz teilgenommen. Sie übernehmen in ihren Unternehmen die Verantwortung für die ordnungsgemäße Durchführung der Betriebsratswahlen im Frühjahr 2026. Zwischen März und Mai werden bundesweit die Betriebsratsgremien in der Privatwirtschaft neu gewählt. Die Schulung markiert den Auftakt einer Reihe von Qualifizierungsmaßnahmen zur Vorbereitung der Wahlen.
„Starke Betriebsräte sind entscheidend für eine erfolgreiche Gestaltung von Veränderungsprozessen in den Betrieben“, betont Stefanie Majer, Politische Sekretärin der IG Metall Koblenz, die die Schulung gemeinsam mit der Rechtsanwältin Annette Malottke aus Koblenz leitete. „Gerade in Zeiten wirtschaftlicher Herausforderungen, struktureller Umbrüche und zunehmender Digitalisierung ist es wichtiger denn je, dass die Interessen der Beschäftigten gehört und berücksichtigt werden. Betriebsräte sorgen dafür, dass Umstrukturierungen nicht zu Lasten der Belegschaften gehen und setzen sich für faire Arbeitsbedingungen sowie sichere Arbeitsplätze in der Region ein. Die Bedeutung von Mitbestimmung zur Wahrung der Beschäftigteninteressen aber auch für den Industriestandort Koblenz zeigt sich aktuell deutlich in Betrieben wie Stabilus, Novelis oder ZF.“
Da Betriebsratsarbeit kein klassischer Ausbildungsberuf ist, benötigen Wahlvorstände und Betriebsräte gezielte Unterstützung. „Viele Beschäftigte, die jetzt Wahlen organisieren oder künftig im Betriebsrat Verantwortung übernehmen, haben keine formale Ausbildung für dieses Ehrenamt“, erklärt Stefanie Majer. „Wir qualifizieren sie deshalb umfassend – damit sie ihre Rechte und Pflichten kennen und diese auch wirksam durchsetzen können.“
Neben rechtlichem Wissen komme es vor allem auf die praktische Umsetzung im Betrieb an. „Betriebsräte bewegen sich in einem Abhängigkeitsverhältnis zwischen Arbeitgebern und Beschäftigten. Deshalb sind Rückhalt in der Belegschaft und externe Unterstützung entscheidend“, so Stefanie Majer. Auch die Grenzen der Mitbestimmung – etwa bei wirtschaftlichen und strategischen Entscheidungen – machten eine starke Aufstellung notwendig: „Nur mit einer kraftvollen betrieblichen Mitbestimmung lassen sich die Herausforderungen solidarisch und gerecht gestalten und die Arbeitsplätze der Region zukunftsfähig aufstellen.“
Die IG Metall Koblenz ruft daher alle Beschäftigten auf, sich aktiv für gute Arbeitsbedingungen einzusetzen. Wo noch keine Betriebsräte bestehen, unterstützen wir selbstverständlich bei der Gründung neuer Gremien.
Weitere Wahlvorstandsschulungen finden am 1.-2. Dezember 2025 und am 12.-13. Januar 2026 statt. Eine Anmeldung ist über die IG Metall Koblenz möglich.