Delegierte der IG Metall Koblenz fordern Arbeitgeber zu Verantwortung auf

05.12.2025 | Die Delegiertenversammlung der IG Metall Koblenz fordert die Arbeitgeber der Region auf, Verantwortung für die Menschen, die Arbeitsplätze und die Region zu übernehmen. Am 3. Dezember 2025 riefen die rund hundert Delegierten auf ihrer quartalsmäßigen Versammlung die Unternehmen dazu auf, ihre Beschäftigten nicht im Stich zu lassen. In vielen Leitbildern fänden sich motivierende Botschaften wie „Du bist Teil unserer Familie“. Doch wie sollten sich Beschäftigte als Teil einer Familie fühlen, wenn Unternehmen ihre „Familienmitglieder“ entlassen wollen? Derzeit sind mehrere hundert Arbeitsplätze bei Novelis, Stabilus und ZF im Koblenzer Industriegebiet gefährdet. Unter dem Motto „Menschen brauchen Zukunft – Zukunft braucht Menschen“ fordert die IG Metall Koblenz die Arbeitgeber auf, ihrer Verantwortung gerecht zu werden, und ermutigt die Beschäftigten, die Zukunft ihrer Arbeitsplätze nicht anderen zu überlassen.

„In Deutschland gibt es bislang keine echte wirtschaftliche Mitbestimmung in den Betrieben und keine unmittelbare Möglichkeit für die Politik, auf konkrete strategische Unternehmensentscheidungen einzuwirken.“ so Ali Yener, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Koblenz. Politik könne und müsse durch Gesetze die Mitbestimmung von Betriebsräten und Gewerkschaften stärken, sowie die Rahmenbedingungen für Unternehmen verbessern. „Negative wirtschaftliche Entscheidungen von Unternehmen und Politik können nur mit großem Rückhalt und Engagement der Beschäftigten verhindert werden. Wir werden nur gehört, wenn wir intelligent Widerstand leisten, etwa durch die glaubhafte Umsetzung von Sozialtarifauseinandersetzungen bei betrieblichen Konflikten wie Personalabbau und Massenentlassungen“, erklärte Ali Yener weiter.

„Gegenüber der Politik haben wir Gewicht, wenn viele Mitglieder unsere Forderungen aktiv unterstützen.“ so Ali Yener. Im Frühjahr 2025 beteiligten sich hunderte Beschäftigte aus Koblenz an einem bundesweiten Aktionstag. Die aktuelle Betriebsräte-Befragung der IG Metall zeige seitdem jedoch eine breite Enttäuschung über die politische Entwicklung. „Rund die Hälfte der Betriebsräte ist unzufrieden und sieht die Politik nicht in der Lage, Industriearbeitsplätze zu sichern. Zwar wurden viele unserer Forderungen in den Koalitionsvertrag aufgenommen, doch die Umsetzung verläuft zu langsam und ist nicht weitreichend genug.“ so Ali Yener. „Die Unternehmen reagieren überwiegend mit Sparprogrammen, doch Sparen schafft keine Arbeitsplätze der Zukunft. Nur Investitionen und Innovationen sichern Perspektiven.“

Ein zentrales Thema für die IG Metall in den kommenden Monaten sind die Betriebsratswahlen im Frühjahr 2026. Die Delegierten rufen alle Beschäftigten der Region auf, sich zu engagieren, als Betriebsräte zu kandidieren und Betriebsräte zu wählen und zu unterstützen. „Engagiert euch für eure Arbeitsplätze! Werdet aktiv! Setzt euch selbst ein! Nur ein breites Engagement der Belegschaften schafft den nötigen Druck, Unternehmen und Politik zu den richtigen Entscheidungen zu bewegen – und zwar schnell.“

Von: sm

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