Die IG Metall Koblenz fordert eine Stärkung der Mitbestimmung und bereitet sich auf die Betriebsratswahlen vor

Starke Mitbestimmung für gute Arbeit in der Region!

08.10.2025 | Die IG Metall Koblenz hat auf ihrer diesjährigen erweiterten Ortsvorstandsklausur mit rund 40 betrieblich Aktiven die aktuellen Herausforderungen in den Betrieben der Region intensiv diskutiert. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Mitbestimmung gestärkt und gute Arbeit gesichert werden kann – insbesondere vor dem Hintergrund der aktuellen Krise der Industrie und den bevorstehenden Betriebsratswahlen im Jahr 2026.

„Wir spüren den Umbruch in der Industrie in allen Betrieben, sei es in Form von Spar- und Stellenabbauplänen oder auch auf der anderen Seite als Mehrarbeit, Überlastung und Fachkräftemangel“, erklärte Ali Yener, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Koblenz. Die Teilnehmenden der Klausur waren sich einig: Die Sozialpartnerschaft funktioniert nur noch in wenigen Betrieben. Strategische Entscheidungen und wirtschaftliche Themen werden in der Regel ohne Einbindung der Beschäftigten getroffen. „Sozialpartnerschaft bedeutet, Krisen im Dialog zwischen Arbeitgebern und Belegschaftsvertretern zu lösen – doch dieser Dialog findet vielerorts nicht mehr statt“, so Yener weiter. „Auf der Ebene der wirtschaftlichen und vor allem strategischen Entscheidungen sind die Mitbestimmungsrechte für Betriebsräte äußerst begrenzt. Das Gesetz schreibt die Einbeziehung der Betriebsräte erst dort vor, wo es darum geht die Folgen der strategischen Entscheidungen für die Beschäftigten abzumildern.“ Das reiche jedoch nicht aus, wenn es darum gehe Industriearbeitsplätze in Deutschland zu sichern. „Viele Betriebe haben keine Strategie für den Wandel oder setzen rein auf Sparen und Verlagerung. Wir aber wollen die Betriebe dazu anhalten, über Innovationen und Nutzung unserer regionalen Stärken, Arbeitsplätze hier zu sichern. Dafür gibt es auch gute Beispiele in der Region.“

So konnten beispielsweise bei Deutz in Herschbach oder Eaton in Holzhausen unter Beteiligung von Betriebsrat und Belegschaft erfolgreich aus dem Ausland Produktion automatisiert und zurückgeholt werden.

„In der Regel würden die Belegschaften erst dann gehört werden, wenn wir gut aufgestellt sind und Zukunfts- und Sozialtarifverträge mit dem Druck der organisierten Belegschaft fordern können. Diese kommen aber nur zustande, wenn Belegschaften organisiert und aktiv sind. Unsere politische Handlungsfähigkeit hängt direkt von der Stärke unserer Mitglieder ab. Diese geben uns nicht nur den Auftrag zur Verhandlung und stimmen über Ergebnisse ab, sondern müssen dem Betriebsrat und der IG Metall Rückhalt geben, wenn Verhandlungen stocken.“ so Yener.

Neben der Unterstützung durch die IG Metall seien gerade in Krisenzeiten gute betriebliche Interessenvertretungsstrukturen wichtig. Ein zentrales Thema der Klausur war daher die Vorbereitung auf die Betriebsratswahlen 2026. Immer weniger Betriebe in Deutschland verfügen über Betriebsräte oder fallen unter den Geltungsbereich von Tarifverträgen. Die IG Metall Koblenz richtet einen klaren Appell an die Beschäftigten in der Region. „Gute Arbeits- und Lebensbedingungen in unserer Region halten und verbessern wir nur, wenn wir in der Breite gut vertreten sind“, betonte Ali Yener. „Allen Beschäftigten ohne Betriebsratsvertretung oder Tarifbindung rufen wir zu: Engagiert euch! Wir bieten unsere Unterstützung an. In guten Zeiten müssen wir die Grundlagen schaffen und stabile Mitbestimmungsstrukturen aufbauen, damit wir auch in schwierigen Zeiten handlungsfähig sind.“

Der Ortsvorstand der IG Metall Koblenz setzt sich aus dem hauptamtlichen Ersten Bevollmächtigten Ali Yener, dem ehrenamtlichen Zweiten Bevollmächtigten Thomas Anhuth – zugleich Betriebsratsvorsitzender der Bomag in Boppard-Buchholz – sowie elf weiteren Beisitzern aus regionalen Betrieben zusammen. Gemeinsam mit weiteren ehrenamtlich Aktiven tagt der Ortsvorstand einmal jährlich mehrtägig, um die politischen Leitlinien der IG Metall in der Region zu beraten und zu beschließen.

Von: ek

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