IG Metall weißt Forderungen der Arbeitgeber im Kfz-Gewerbe Rheinland-Pfalz zurück Ohne Aktionen wird es in der aktuellen Tarifauseinandersetzung nicht gehen

„Moderne“ Arbeit soll Beschäftige rund 8000 Euro im Jahr kosten

  • 08.09.2020
  • Aktuelles, Tarif, Politik, Betriebe, Presse

Am Mittwoch, 2.9.2020, trafen sich Vertreterinnen und Vertreter der IG Metall aus KFZ-Betrieben der Region, um Aktionen im Rahmen der Tarifrunde KFZ-Gewerbe abzustimmen.

Nach der Kündigung der Tarifverträge Anfang des Jahres hat der Landesinnungsverband des Kfz-Gewerbes Rheinland-Pfalz in einem ersten Tarifgespräch seine Vorstellungen von modernen Arbeitsbedingungen präsentiert. Angekündigt haben die Arbeitgeber, die Arbeitszeit deutlich anheben zu wollen, und gleichzeitig den Anspruch auf Sonderzahlungen in Frage gestellt. Die Wochenarbeitszeit soll um vier Stunden pro Woche steigen und flexibel auf bis zu 45 Stunden pro Woche verteilt werden. Der Urlaub soll, geht es nach den Arbeitgebern, um zwei Wochen auf das gesetzliche Minimum gekürzt werden. Nach Berechnungen der IG Metall entsprechen die Forderungen der Arbeitgeber bezüglich Arbeitszeit, Urlaub, Sonderzahlungen und Zuschlägen bei einem Monteur in der Werkstatt einem Geldwert von rund 8000 Euro im Jahr.

Betriebsräte und die IG Metall weisen diese Forderungen als Angriff auf die Beschäftigtenrechte zurück. „Ausreichend Erholungszeit und planbare Freizeit auch für die Beschäftigten in Autohäusern und Werkstätten! Daran wollen wir festhalten.“ sagt Claus Poppenberg, Betriebsratsvorsitzender der Daimler Nutzfahrzeuge in Koblenz: „Vielerorts wird im Rahmen von Arbeit der Zukunft über eine Reduzierung der Arbeitszeit gesprochen und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf wertgeschätzt. Dies alles wird bei den Forderungen der Arbeitgeber mit Füßen getreten.“

„Wir haben in anderen Tarifrunden gezeigt, dass wir moderne Arbeitsbedingungen und moderne Arbeitszeiten für die Beschäftigten regeln können, wie z. B. die zusätzlichen Freistellungstage in der Metall- und Elektroindustrie. Zudem debattieren wir gerade über eine 4-Tage-Woche als Werkzeug zur Beschäftigungssicherung gerade in Zeiten des Wandels.“ sagt Stefanie Majer, Politische Sekretärin der IG Metall Koblenz: „Die IG Metall ist offen für eine Modernisierung der Tarifverträge, aber die Vorstellungen der Arbeitgeber im KFZ-Handwerk gehen am Thema Modernisierung vollständig vorbei.“

„Die Arbeitgeber sprechen von Modernisierung. Aber Ihre Vorstellungen sind aus dem letzten Jahrhundert.“ sagt auch Oliver Hofmann, stellvertretender Betriebsratsvorsitzender bei MAN Koblenz: „Wir arbeiten hart für die Unternehmen und sollen nun nur 4 Wochen statt bisher 6 Wochen Urlaub erhalten. Über das Urlaubsgeld und Weihnachtsgeld wollen die Arbeitgeber alleine entscheiden. Dazu gibt es von unseren Kolleginnen und Kollegen ein klares Nein!“

Die nächsten Gespräche zwischen der IG Metall und den Arbeitgeber finden am 24.09.2020 statt. Im Vorfeld sind mit den Kolleginnen und Kollegen unterschiedliche Aktionen in und vor den Autohäusern geplant, den für die Versammlung war klar: „Ohne Aktionen wird es nicht gehen!“

In ganz Rheinland-Pfalz sind rund 20.000 Beschäftigte von der Kündigung der Tarifverträge betroffen.