Rosenaktionen für Gleichstellung in Betrieb und Gesellschaft

Internationaler Frauentag

09.03.2026 | Im Zuge des diesjährigen Internationalen Frauentags setzten Vertrauensleute der IG Metall in der vergangenen Woche in 17 Betrieben rund um und in Koblenz ein Zeichen und verteilen 956 Rosen an ihre Kolleginnen. Die Aktion ist nicht nur Tradition, sondern macht darauf aufmerksam, dass heutige Errungenschaften Teil von gemeinsamen Kämpfen für Gleichstellung am Arbeitsplatz und für ein gleichberechtigtes Leben sind. Gemeinsam begehen die Gewerkschaften diesen Tag mit verschiedenen Veranstaltungen in der Region unter dem Motto „Mitbestimmen. Mitgestalten. MehrWert Gleichstellung.“ Sie weisen dabei darauf hin, was wirklich für gleiche Entgelte und gleiche Chancen hilft: Betriebsräte und Tarifbindung.

„Noch immer verdienen Frauen 16 Prozent weniger als Männer.“, sagt Stefanie Majer, Politische Sekretärin der IG Metall Koblenz. „Dieser Unterschied führt zu einer Entgeltlücke über den gesamten Lebensverlauf, bis hin zu deutlich geringeren Renten und weniger Möglichkeiten privat vorzusorgen.“ An den Ursachen der Entgeltlücke müsse angesetzt werden. „Um die Verdienstmöglichkeiten für Frauen zu verbessern, brauchen wir die Aufwertung von sozialen Berufen und Arbeitszeiten, die zum Leben passen, auch in der Industrie. Kolleginnen sind häufiger von Teilzeitfallen betroffen. Teilzeit ist unter anderem ein wichtiger Grund, warum Frauen weniger verdienen – auch bezogen auf den Stundenlohn. Gleicher Verdienst hat nicht nur etwas mit Respekt und Anerkennung zu tun, sondern schafft Mehrwert für die Gesellschaft. Mitnichten ist es so, dass Teilzeitmöglichkeiten die Gesamtarbeitszeit in der Gesellschaft verringern, wie dies politisch zum Teil suggeriert wird. Im Gegenteil: In Deutschland wird heute insgesamt mehr gearbeitet als jemals zuvor, gerade weil die Erwerbsbeteiligung mit passenden Arbeitszeiten steigt. Viele Teilzeitbeschäftigte würden gern die Arbeitszeit aufstocken, aber es wird ihnen nicht ermöglicht. Gleichstellung ist auch ein Beitrag zur Sicherung der Zukunftsfähigkeit Deutschland.“

 

Ali Yener, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Koblenz, unterstreicht: „Auch wenn die Entgeltunterschiede strukturell in unserer Gesellschaft verankert sind, durch Tarifverträge setzen wir einen Grundpfeiler für gleiche Bezahlung und bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Die Entgeltlücke ist in tarifgebundenen Betrieben deutlich kleiner als in Betrieben ohne Tarifvertrag. Im Durchschnitt verdienen Frauen mit Tarifvertrag in der Metall- und Elektroindustrie pro Stunde 11,41 Euro mehr als in Betrieben ohne Tarifbindung. Die Verabschiedung des Bundestariftreuegesetzes ist daher ein wichtiger Schritt: Öffentliche Gelder sollten Lohndumping nicht unterstützen, sondern im Gegenteil faire Arbeits- und Wettbewerbsbedingungen fördern. Weitere Schritte zur Stärkung der Tarifbindung durch die Politik sollten folgen.“

 

Um die Gleichstellung vor Ort in den Betrieben kümmern sich auch Betriebsräte – die betriebliche Interessenvertretung der Belegschaft. „Eine Aufgabe der Betriebsräte ist es sich für die Gleichstellung im Betrieb einzusetzen.“ so Stefanie Majer, „Sie prüfen bei Einstellungen und Versetzungen die faire Eingruppierung und können bei Weiterbildungsmöglichkeiten darauf achten, dass beispielsweise Teilzeitkräfte nicht benachteiligt werden.“ Wichtig sei es daher, dass sich gerade auch Frauen an den Betriebsratswahlen in diesem Jahr beteiligen – als Wählerinnen aber auch als Kandidatinnen für den Betriebsrat.

 

„Wir appellieren an alle Frauen, sich aktiv einzubringen, wenn es um die Gestaltung ihrer Arbeitsbedingungen geht.“ so Stefanie Majer, „Gerade in Zeiten, in denen von Arbeitgeberverbänden und manchem Politiker jeden Tag neue Ideen zur Kürzung von Sozialstaat und Beschäftigtenrechten eingebracht werden, braucht es die starke Stimme von Frauen, die in vielen Punkten besonders betroffen wären.“

 

Vor 115 Jahren, begingen die Vorkämpferinnen der der Arbeiterbewegung zum ersten Mal den Internationalen Frauentag. Ihr Ziel war damals das Wahlrecht für Frauen. Schon zwei Jahre später verwandelte sich der Frauentag einen Protesttag für Frieden. Auch heute kämpfen Frauen weltweit und vor Ort für gleiche Rechte und solidarisieren sich international.

 

In und um Koblenz finden neben den Aktionen in den Betrieben rund um den Weltfrauentag verschiedene Veranstaltungen der DGB Frauen statt. Alle Veranstaltungen sind zu finden unter: https://rheinland-pfalz-saarland.dgb.de/presse/pressemitteilungen/pressemitteilung/internationaler-frauentag-frauen-haben-mehr-vom-ku-chen-verdient/

 

Ansprechpartnerin:

Stefanie Majer, Politische Sekretärin der IG Metall Koblenz

 

Foto: IG Metall Koblenz

Von: sm

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