Koblenz, 18.06.2021 - Nr. 20/2021 Delegiertenversammlung der IG Metall Koblenz

Industrielle Umbrüche durch Weiterentwicklung der Mitbestimmung gestalten

  • 18.06.2021
  • Aktuelles

Am 16.06.2021 trafen sich die Delegierten der IG Metall Koblenz zum ersten Mal wieder in Präsenz in der Rhein-Mosel-Halle.

Schwerpunkt der inhaltlichen Debatte waren die Herausforderungen der Transformation und die Ausweitung der Mitbestimmung. Die tiefgreifenden Veränderungen der Wirtschaft und Gesellschaft werden nur erfolgreich gelingen, wenn ein Dreiklang von Umwelt, Soziales und Wirtschaft erreicht wird.

„Dafür ist eine starke Mitbestimmung und Beteiligung von Betriebsräten und Gewerkschaften notwendig,“ so Ali Yener, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Koblenz zu den Delegierten.

„Ziel muss sein, dass auf die strategische Ausrichtung der Unternehmen Einfluss genommen werden kann. Ansonsten werden die Arbeitgeber ohne Rücksicht auf Corona und deren Auswirkungen weiter auf Renditeoptimierung durch Verlagerung von guten Industriearbeitsarbeitsplätzen ins Ausland setzen. Diese strategischen Ansätze sind insbesondere bei einigen Automobilzulieferern auch in der Region Koblenz erkennbar. Hierfür muss die Mitbestimmung sowohl auf der Ebene der Betriebsverfassung als auch auf der Unternehmensebene weiterentwickelt werden. Wenn die Politik erwartet, dass die Veränderungen in Wirtschaft und Gesellschaft in Zusammenwirken zwischen Unternehmen und Arbeitnehmerschaft gebündelt gestaltet werden sollen, dann hat sie auch die Verpflichtung die Mitbestimmung weiterzuentwickeln, „so Yener weiter.

Die Delegiertenkonferenz der IG Metall Koblenz beriet die eigene Streikfähigkeit in der Region und die daraus resultierenden Tarifabschlüsse. Ali Yener bringt es auf den Punkt:“ Unsere Offensivstrategie gegenüber den gescheiterten marktliberalen Modellen sichert mehr Wohlstand für alle.“  Eine Forderung der Arbeitgeber zum Abbau von Arbeitnehmerrechten sowie Erhöhung des Renteneintrittsalters auf 68 oder 70 erteilen die Delegierten eine klare Absage. „Statt auf eine solidarische Krisenlastenverteilung zu setzen, wollen die Arbeitgeber die Arbeitnehmer alleine dafür bezahlen lassen. Dagegen werden wir uns gemeinsam mit dem Deutschen Gewerkschaftsbund zu Wehr setzen,“ stellte abschließend Ali Yener fest.

Die Delegierten unterstützen die Erschließungs- und Jugendstrategie der IG Metall Koblenz. Damit soll ein weiterer Ausbau der Handlungsfähigkeit in der Region und der strategischen Zielgruppe „Jugend“ sichergestellt werden.