Koblenz, 06.09.2021 - Nr. 23/2021

IG Metall Koblenz ehrt ihre Jubilare

  • 06.09.2021
  • Aktuelles, Video, Politik, Betriebe, Presse

Am Samstag, 4. September 2021, ehrten die IG Metall Koblenz und die Gewerkschaft NGG in der Stadthalle Lahnstein gemeinsam 85 anwesende Jubilare für ihre langjährige Treue und Verbundenheit mit der Gewerkschaft.

Da Corona bedingt im letzten Jahr keine Veranstaltung stattfinden konnte, wurde die Ehrung der Jubilare aus 2020 und 2021 am Samstag gemeinsam begangen. Alle Jubilare, die nicht teilnehmen konnten, erhielten ein Präsent per Post.

77 Jubilare der IG Metall Koblenz und 8 Jubilare der Gewerkschaft Nahrung Genuss Gaststätten NGG hatten sich am Samstag 4. September in der Stadthalle Lahnstein zusammengefunden, um die Ehrung ihrer langjährigen Verbundenheit mit der Gewerkschaft entgegenzunehmen. In einem festlichen Akt dankten die Geschäftsführer beider Gewerkschaften Ali Yener und Volker Daiss den anwesenden langjährigen Mitgliedern für ihre Treue und Solidarität. Insgesamt zählte die IG Metall 592 Jubilare: 297 Jubilare aus dem Jahr 2020 und 295 Jubilare aus 2021. Geehrt wurden diese für 25, 40, 60, 65 Jahre und 70 Jahre sowie ein Mitglied für 75 Jahre Mitgliedschaft.

Für 75 Jahre Mitgliedschaft wurde ein Mitglied geehrt (Jubilar 2021).

Für 70 Jahre Mitgliedschaft wurden 8 Mitglieder geehrt (alle Jubilare 2021).

Für 65 Jahre Mitgliedschaft wurden 14 Mitglieder geehrt (7 aus 2020, 7 aus 2021).

Für 60 Jahre Mitgliedschaft wurden 22 Mitglieder geehrt (8 aus 2020, 14 aus 2021).

Für 50 Jahre Mitgliedschaft wurden 76 Mitglieder geehrt (40 aus 2020, 36 aus 2021).

Für 40 Jahre Mitgliedschaft wurden 207 Mitglieder geehrt (114 aus 2020, 93 aus 2021).

Für 25 Jahre Mitgliedschaft wurden 264 Mitglieder geehrt (128 aus 2020, 136 aus 2021).

„Gerade im Rückblick wird die große Bedeutung der Gewerkschaftsbewegung und das große Engagement unserer vorangehenden Generationen deutlich.“ erklärt Ali Yener, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Koblenz. Zwei anwesende Jubilare mit 70-jähriger Mitgliedschaft ehrte Ali Yener besonders. Unter ihnen Toni Schüller, der durch sein Engagement in der IG Metall, aber auch als Ortsbürgermeister, Betriebsratsvorsitzender, Kreistagsmitglied, DGB-Kreisvorsitzender, Ehrenbürger und Träger des Verdienstordens des Landes die Region entscheidend mit geprägt hat. Das Leben von Toni Schüller wurde buchlich zusammengefasst unter dem Titel „Der Sozialdemokrat und Gewerkschafter Toni Schüller. Sein Weg und seine Zeit“.

„Diese Kollegen haben Gewerkschaftsgeschichte in schwierigsten Zeiten erlebt. Sie waren in den ersten Stunden unserer IG Metall nach Kriegsende dabei. Sie haben Gewerkschaftsgeschichte mitgeschrieben!“ sagte Ali Yener. „Man kann es sich heute kaum vorstellen, dass zum Beispiel in der Metallindustrie Anfang des 20. Jahrhunderts in der Woche fünfundachtzig bis einhundertzwanzig Stunden gearbeitet wurde, von 6.30 Uhr morgens bis um 22.00 Uhr oder 24.00 Uhr in der Nacht. Die Erschöpfungen waren so häufig, dass der Meister mit einer Flasche Wermut für kleine Aufmunterungen sorgte, wenn Ohnmachtsanfälle drohten. War der Auftrag beendet, wurden die Arbeiter brotlos.“ so Ali Yener weiter „Seitdem haben die gewerkschaftlich organisierten Arbeiterinnen und Arbeiter vieles erkämpft, was heute selbstverständlich ist wie bezahlten Urlaub, Kündigungsschutz, Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, Entgeltsteigerungen, Mitbestimmung im Betrieb. Für die Einführung der 35-Stunden-Woche beteiligten sich 1984 22 Betriebe der IG Metall Koblenz mit Warnstreiks.“

Ali Yener erinnerte in seiner Rede nicht nur an die Stationen der Gewerkschaft, sondern setzte auch aktuelle Akzente: „Unsere Industrie wird sich in den nächsten Jahren nachhaltig verändern. Die gesamten Verkehrs- und Energieinfrastrukturen in Deutschland und auch in Europa werden sich in den kommenden Jahren strukturell neu aufstellen müssen, aber der Strukturwandel birgt nach wie vor auch erhebliche Risiken für die Beschäftigung unserer Automobil- und Zuliefererindustrie. Daher fordern wir seit Jahren eine umfassende politische Begleitung des Prozesses. Investitionen in die Infrastruktur, regionale Industrie-, Struktur- und Beschäftigungspolitik sowie betrieblicher Zukunftskonzepte.“

Auch viele weitere bekannte Gesichter, wie der Landtagsabgeordnete und ehemalige Betriebsrat Jörg Denninghoff, wurden am Samstag festlich geehrt. „Mit ihrer Treue zur Gewerkschaft und ihrem Engagement setzen die Jubilare ein starkes Zeichen für unsere demokratischen Werte sowie für den kollegialen und gesellschaftlichen Zusammenhalt,“ so Ali Yener „Dafür danken wir ihnen heute mit dieser festlichen Ehrung.“

Foto:
Godehard Juraschek