Die IG Metall fordert beschäftigte zum Wählen auf Aktionstag in den Betrieben für eine „Starke Rente“

  • 22.09.2021
  • Aktuelles, Bildergalerie, Politik

- Bundesweiter DGB Rentenaktionstag am 21.09.2021 - Betriebliche Aktionen bei Novelis (ehemals Aleris), Stabilus und ZF in Koblenz sowie Bomag in Boppard - Für eine solidarische Strukturreform zur Stärkung der gesetzlichen Rente - Für realistische Altersgrenzen und flexible Ausstiegsmöglichkeiten

Koblenz – Mit Aktionen in den Betrieben Novelis (ehemals Aleris), Stabilus und ZF in Koblenz sowie Bomag in Boppard beteiligte sich die IG Metall Koblenz am heutigen bundesweiten Rentenaktionstag des DGB. Sie fordert gerade auch im Rahmen der Transformation eine Stärkung der gesetzlichen Rente sowie flexible Übergänge in den Ruhestand und ruft die Beschäftigten auf am 26. September wählen zu gehen.

Seit 4:30 Uhr morgens informieren IG Metall und DGB Koblenz gemeinsam mit den betrieblichen IG Metall Vertrauensleute unter dem Motto „Rente: Echt gerecht“ mehr als 2000 Beschäftigte über die gewerkschaftlichen Forderungen bezüglich der Rentenpolitik. Aktionen fanden zu den Schichtwechselzeiten vormittags und mittags in den Betrieben Novelis (ehemals Aleris), Stabilus und ZF in Koblenz sowie Bomag in Boppard statt. Gleichzeitig riefen DGB und IG Metall die Beschäftigten auf, am Sonntag 26. September 2021 wählen zu gehen.

DGB und Gewerkschaften fordern existentielle Sicherheit für alle Generationen und streben deshalb einen Kurswechsel in der Rente an. „Das oberste Ziel muss sein: Menschen erhalten nach einem langen Arbeitsleben eine gute Rente, von der sie im Alter gut und würdevoll leben können. Dafür braucht es eine echt gerechte Finanzierung. Aktuell besteht allerdings eine ungerechte Schieflage: Wenn die Politik nicht umsteuert, steigen die Beiträge und das Rentenniveau sinkt – bis es im Jahr 2050 nur noch 43 Prozent betragen könnte. Das darf nicht passieren“, erläutert Sebastian Hebeisen vom DGB Koblenz den Hintergrund des Aktionstags.

Regelungen für gute Übergänge in den Ruhestand sind für die IG Metall – nicht zuletzt aufgrund der bevorstehenden Transformation von Industrie und Arbeitswelt – von zentraler Bedeutung. „Die Arbeitgeber verlangen von der Politik ein höheres Renteneintrittsalter, sind aber selbst oft nicht willens, die Kolleginnen und Kollegen bis in dieses Alter zu beschäftigten oder die Arbeitsplätze entsprechend altersgerecht umzugestalten.“ sagt Ali Yener, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Koblenz. „Die Rente mit 67 ist für viele Beschäftigte bereits heute kaum erreichbar. Statt sich mit Forderungen nach einem noch späteren Renteneintrittsalter gegenseitig zu überbieten, sollte die Politik lieber über eine realistische Regelaltersgrenze und passgenaue, sozial abgesicherte Übergänge in den Ruhestand nachdenken.“

Denis Hammer, IG Metall Vertrauenskörperleiter bei Novelis Koblenz, ergänzt: „Viele unserer Kolleginnen und Kollegen arbeiten im Wechsel in Früh- und Spät- meist auch in Nachtschicht. Das ist so belastend, dass sie häufig vor Erreichen der Regelaltersgrenze aus dem Betrieb ausscheiden. Wir Betriebsräte von Novelis in Koblenz haben die Möglichkeiten für einen früheren Übergang in den Ruhestand durch Altersteilzeit übertariflich für mehr Kolleginnen und Kollegen geöffnet. Das ist nicht nur für die älteren Beschäftigten attraktiv, sondern gerade in Zeiten der Transformation auch für den Betrieb. Junge Fachkräfte können wir dadurch halten und Auszubildenden eine Perspektive bieten.“

Altersteilzeit und gute Betriebsrenten sind längst nicht überall üblich, private Vorsorge dagegen verlagert die Kosten der Altersvorsorge allein auf die Beschäftigten. Zentrale Forderung von DGB und IG Metall ist deshalb eine Stärkung der gesetzlichen Rente. „Entgegen den Behauptungen von wirtschaftsnahen Experten und Arbeitgeberlobbyisten ist ein solidarischer Neuaufbau der Alterssicherung durchaus möglich. Damit die Menschen auch zukünftig von einer guten Rente profitieren, muss die gesetzliche Rente gestärkt und zukunftsfit gemacht werden. Die nächste Bundesregierung muss das Thema anpacken, um auch kommenden Generationen einen Ruhestand in Würde zu ermöglichen.“ sagt Ali Yener und kündigt an: „Wir werden die Koalitionsverhandlungen beobachten und das Thema Rente genau im Auge behalten. Wenn die Situation es erfordert, werden wir vor Ort Druck machen, damit sich was bewegt!“