IG Metall Koblenz
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11.12.2018, 01:12 Uhr

Neue Regelungen der IG Metall zur tariflichen Freistellungszeit kommen gut an –Schichtbeschäftigte wählen Zeit statt Geld.

  • 29.11.2018
  • Aktuelles, Tarif, Politik, Presse

Koblenz – 28.11.2018- Einer erste Bilanz zog die IG Metall Koblenz auf ihrer Delegiertenversammlung zu den neuen Tarifregelungen. Insgesamt 2.271 Beschäftigte der Metall- und Elektroindustrie in der Region Koblenz zeigen großes Interesse an neuen Möglichkeiten, im kommenden Jahr mehr freie Tage zu haben.

Die neuen Regelungen sehen vor, dass Beschäftigte beruflich kürzertreten können, etwa, wenn Familienaufgaben es verlangen. Die Regelungen gelten für Beschäftigte mit Kindern unter acht Jahren, für Beschäftigte mit zu pflegenden Angehörigen und für Beschäftigte in Schichtarbeit wegen der großen Belastung. Bis Ende Oktober konnten sie entscheiden, ob sie für das kommende Jahr acht zusätzliche freie Tage beantragen. Die freien Tage bekommen sie statt eines tariflichen Zusatzgeldes in Höhe von 27,5 Prozent eines Monatsentgeltes, das im Juli 2019 ausgezahlt wird.  1.811 Beschäftigte haben die acht zusätzlichen Tage aufgrund der Schichtbelastung, 349 Beschäftigte wegen der Familie und 111 Beschäftigte aufgrund von Pflege von Angehörigen beantragt.  

„Die Belastung von Schichtarbeit ist uns bekannt. Daher wundert es uns nicht, dass viele Beschäftigte statt mehr Geld die zusätzlichen Tage wählen,“ sagt Ali Yener, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Koblenz.   

Die neuen tariflichen Regelungen waren im Januar durch massive Warnstreiks, zu denen zum ersten Mal auch ganztägige Warnstreiks gehörten, erkämpft worden. Mehr als 5000 Beschäftigte unterstützten die IG Metall Koblenz in der Region bei der Durchsetzung. „Die Auseinandersetzung für familienfreundliche Arbeitszeiten hat sich gelohnt,“ sagt Yener weiter. Die tarifliche Freistellungszeit trifft den Nerv der Zeit. Jetzt kommt es darauf an, dass Arbeitgeber und Betriebsräte betriebliche Lösungen finden, damit alle Beschäftigte die Freistellungszeit nutzen können. „In konstruktivem Dialog und einer vorausschauenden Personalplanung wird es sicherlich gelingen,“ so Yener abschließend.  

 


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